Neue DSV-Kaderschwimmerin

2018 01 21 Daniela Ernst im InterviewGroßartige Leistungen trotz fehlendem Wasser

Am 18. Januar 2018 erfuhr die 13jährige Daniela Ernst, dass sie mit ihren hervorragenden Leistungen für den Kader des Deutschen Schwimmverbands (DSV) nominiert wurde. Damit ist sie seit sieben Jahren die erste neue Kaderschwimmerin der Riemerlinger Haie. Dies ist um so bemerkenswerter, als dass die Riemerlinger Haie immer wieder damit zu kämpfen haben, dass das Riemerlinger Hallenbad wegen Reparaturarbeiten für mehrere Wochen geschlossen werden muss. Auch aktuell steht das Bad voraussichtlich bis zu den Osterferien für das Schwimmtraining nicht zur Verfügung.

Als Kaderschwimmerin des DSV stehen ihr die Türen offen, für Deutschland bei verschiedenen Wettkämpfen zu starten, auch in internationalen Ländervergleichen.

Letztes Jahr wurde Daniela in ihrer Paradedisziplin 200m Rücken Süddeutsche Jahrgangsmeisterin. Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin wurde sie Zweite und holte sich die Silbermedaille. Außerdem nahm sie über 50m, 100m und 200m Rücken an den Finalläufen teil.

Ich habe mich für ein Interview mit ihr getroffen.

Monika: Daniela, seit letzter Woche weißt du offiziell, dass du Mitglied im Kader des Deutschen Schwimmverbands (DSV) bist. Erzähl mir doch bitte, wie dir das gelungen ist.

Daniela: Zuerst natürlich mit sehr viel Training. Für die Aufnahme in den DSV-Kader ist es notwendig, bei Deutschen Jahrgangsmeisterschaften einen Podestplatz zu erreichen. Ich gewann bei den letzten Meisterschaften die Silbermedaille in 200m Rücken. Außerdem werden die Leistungen des ganzen Jahres bewertet. Ein Berufungsausschuss schlägt im Oktober Schwimmer für den Kader vor, der Deutsche Olympischen Sportbund (DOSB) genehmigt dann die Vorschläge. Dieser hat jetzt im Januar getagt.

Die offizielle Liste mit den Kadermitgliedern kam letzte Woche Mittwoch heraus. Seither weiß ich, dass ich dabei bin. Vom DSV hat sich allerdings bisher noch niemand bei mir gemeldet und ich weiß auch noch nicht genau, was das künftig für mich bedeutet. Ich gehe aber davon aus, dass ich bald weitere Informationen bekommen werde.

Monika: Wie fühlst du dich als DSV-Kaderschwimmerin?

Daniela Ernst: Ich hatte das letztes Jahr mit meinem Trainer als Ziel vereinbart und bin schon stolz darauf, dass ich das geschafft habe. Das ist ein sehr schönes Gefühl!

Daniela Ernst beim TrainingMonika: In Riemerling ist das Bad derzeit wieder wegen Reparaturarbeiten geschlossen. Wie sieht dein Training momentan aus, damit du deine Leistung halten kannst?

Daniela: Meine Eltern fahren mich sehr viel herum, weil ich fünf bis sechs Mal pro Woche trainiere. Wir haben Training in Oberhaching in der Sportschule oder in München im Heinrich-Heine-Gymnasium. Außerdem haben wir viel Trockentraining in Riemerling. Die Trainingsbedingungen in den Ersatzbädern sind nicht optimal. Manchmal fehlen Leinen oder Wendefähnchen. Als Rückenschwimmerin sind die Wendefähnchen für mich aber ganz wichtig.

Manchmal gehe ich auch zum Morgentraining vor der Schule. Dann treffen wir uns schon um 5.10 Uhr vor dem Riemerlinger Hallenbad und fahren gemeinsam ins Hallenbad Haar zum Training. Das geht bis 7 Uhr. Mein Trainer Pierre fährt uns dann zurück nach Riemerling und anschließend gehe ich zur Schule. Das ist schon sehr anstrengend und deshalb mache ich das nicht oft.

Bald stehen die nächsten großen Wettkämpfe an, wie beispielsweise die Süddeutschen Meisterschaften im April und die Deutschen Meisterschaften in den Pfingstferien. Ich weiß, dass meine Konkurrenz deutlich bessere Trainingsbedingung hat als ich. Deshalb ist es für mich ganz wichtig, dass das Riemerlinger Hallenbad bald wieder zur Verfügung steht, denn dort kann ich wirklich sehr gut trainieren.

Monika: Du besuchst die 8. Klasse des Ottobrunner Gymnasiums. Wie bekommst du dein regelmäßiges Training und die Schule unter einen Hut?

Daniela: Na ja, natürlich muss ich an den Wochenenden deutlich mehr für die Schule tun als andere. Ich versuche auch die Zeit Abends nach dem Training optimal zu nutzen.

Wenn ich am Wochenende auf Wettkämpfen bin, dann lerne ich zwischen den Starts und in der Mittagspause. Allerdings merke ich schon, dass ich mich dabei schwer konzentrieren kann und mehr an meinen nächsten Start denke als an die Schule.

Bei Wettkämpfen, die über mehrere Tage gehen lerne ich auch abends im Zimmer - vor und nach dem Abendessen.

Wenn ich ein Referat vorbereiten muss, drucke ich mir die notwendigen Infos noch zu Hause aus, schreibe das Referat unterwegs mit der Hand und tippe es dann ab, wenn ich wieder zu Hause bin. Insgesamt ist das schon ziemlich anstrengend.

Monika: Es ist Sonntag und du musst gleich wieder los zum Training. Wie motivierst du dich, sechs Mal pro Woche zu trainieren?

Daniela: Ich setze mir am Anfang des Jahres immer eigene Ziele. Dann bin ich auch motiviert regelmäßig zum Training zu gehen, damit ich meine Ziele erreiche.

Monika: Was sind deine sportlichen Ziele für dieses Jahr?

Daniela: Ich möchte bei den Deutschen Jahrgangmeisterschaften wieder eine Medaille gewinnen in 200m Rücken und vielleicht auch in anderen Disziplinen. Außerdem würde ich mich gerne für die Deutschen offenen Meisterschaften qualifizieren. Bei den offenen Meisterschaften wird im Gegensatz zu den Jahrgangsmeisterschaften nicht nach Alter der Teilnehmer unterschieden. Deshalb sind die Pflichtzeiten hierfür nochmal strenger und die Konkurrenz stärker.

Monika: Und was sind deine persönlichen Ziele?

Daniela: Ich möchte trotz des Schwimmens gut sein in Schule und die Zeit außerhalb des Schwimmens nutzen für meine anderen Hobbies. Bevor ich im Herbst 2017 in die A+ - Leistungsgruppe aufgestiegen bin, war ich auch noch aktiv in einem Skiclub und bin dort Rennen gefahren. Außerdem habe ich Tennis gespielt. Das musste ich aber zurückschrauben. Ich konzentriere mich nun ganz aufs Schwimmen. Beim Schwimmen kann ich mich so richtig auspowern, das ist für mich einfach der coolere Sport!

Monika: Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 26. Januar 2018 11:18

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