Gregor Bechold

Ende Oktober ist Gregor Bechold in den DSV-Kader berufen worden. Ausschlaggebend für die Qualifikation für den Bundeskader waren seine Erfolge vergangene Saison bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin. Dort gewann er drei Mal Gold über 100 und 200 Meter Kraul sowie über 100 Meter Schmetterling und holte vier Mal die Silbermedaille über 50 Meter Kraul und Schmetterling und 200 Meter Lagen und Schmetterling. 

Gregor Bechold (2006) zählt zu den besten Nachwuchsschwimmern in Deutschland. Seine sportlichen Erfolge sind für seine noch junge Karriere beachtlich: Mehrere Medaillen und Titel bei Deutschen Jahrgansmeisterschaften, unzählige Medaillen bei Bayerischen Jahrgangsmeisterschaften und einige Bayerische sowie Deutsche Altersklassenrekorde. Auch für die kommende Saison 2019/2020 hat der Nachwuchsschwimmer sich sportlich einiges vorgenommen, doch zunächst war sein Saisonstart alles andere als optimal. Anfang September wurden seine Weisheitszähne operativ entfernt. Er musste eine vierwöchige Trainingspause einlegen, dadurch entstand ein Trainingsrückstand. Doch mittlerweile kann der 13-Jährige wieder voll trainieren und schwamm beim DMS-J Bezirksfinale zwei neue Bayerische Altersklassenrekorde. 

Das Nachwuchstalent der Riemerlinger Haie im Interview.  

Wie fühlst du dich als DSV-Kaderschwimmer?

Bisher auch nicht anders als vorher. Ich hoffe nur, dass ich diesen Status auch lange halten kann! JDas einzige was bis jetzt hinzu kam, ist die ganze Bürokratie: Viele schriftliche Formulare vom DSV, Vereinbarungen und Erklärungen…

Deine Erfolge kommen ja nicht von alleine, dafür hast du schon viel trainiert und hart gearbeitet. Wie oft trainierst du in der Woche?

Ich schwimme fünf Mal die Woche, für jeweils zwei Stunden. Hinzu kommt auch noch das Trockentraining. Vor wichtigen Wettkämpfen trainiere ich sechs Mal die Woche. 

Du verbringst die Woche viel Zeit im Schwimmbad, wie motivierst du dich für das Training?

Eigentlich muss ich mich zum Schwimmen nicht motivieren. Schon als Baby hat mich das Wasser magisch angezogen, ich war wirklich eine Wasserratte. Vielleicht liegt es in meiner Natur, an dem Gefühl des Schwebens, an dem leichten, unbeschwerten Gleiten, der Wassertemperatur oder an meinem Sternzeichen "Wassermann"…? Egal an was es liegt, Schwimmen ist für mich jedes Mal ein Erlebnis.

Ich gehe aber auch gerne zum Schwimmen wegen der Mannschaft, meinen ganzen Freunden im Verein und dem Trainer. Wenn ich die Schwimmhalle betrete, habe ich gleich ein tolles Gefühl und im Team fühlt man sich aufgehoben und nicht alleine. Das hilft natürlich schon sehr und dann geht man auch gerne zum Training. 

Letze Saison lief für dich ziemlich gut und du hast einige Erfolge feiern können. Was sind deine sportlichen Ziele für die kommende Saison?

Ich will einfach noch sehr viele neue Bestzeiten schwimmen. Jetzt im Dezember, versuche ich auch noch ein paar Bayerische Altersklassenrekorde zu brechen und mal schauen, ob es eventuell auch noch für einen Deutschen Altersklassenrekord reicht. Der Höhepunkt dieser Saison werden wieder die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Mai in Berlin sein und da möchte ich am liebsten mehrere Medaillen gewinnen. Außerdem will ich im Juli wieder einige Titel bei den Bayerischen Jahrgangsmeisterschaften in Regensburg gewinnen. 

2021 kann ich mich für EYOF (Europäisches Olympisches Jugendfestival) qualifizieren und das ist auf jeden Fall auch mein Ziel. Aber bis dahin heißt es erst mal mit Spaß weiter zu trainieren und vor allem gesund zu bleiben.

Gregor Bechold beim Schmetterling schwimmen

Du besuchst gerade die 8. Klasse eines Gymnasiums. Wie bekommst du die Schule und das ganze Training unter einen Hut?

Mit Disziplin, Ordnung und guter Vorausplanung. Mein Gymnasium gibt erfreulicherweise die Schulaufgabendaten schon zwölf Wochen im Voraus bekannt, so kann man dies mit dem Wettkampfkalender ganz gut abstimmen. Trotzdem wird es zeitlich aber auch manchmal sehr stressig, wenn zum Beispiel Kurzarbeiten, Aufsätze oder Referate anstehen. Da muss man dann schon gut organisiert sein. Die Hausaufgaben erledige ich am liebsten zuhause. Während den Wettkämpfen gestaltet sich dies eher schwierig, denn da bin ich vom Wettkampftrubel und dem ganzen Lärm eher abgelenkt.

Außerdem unterstützen mich meine Eltern sehr. Sie fahren mich immer zum Training und holen mich auch wieder ab. So kann ich die Zeit optimal mit Vokabeln wiederholen nutzen oder ich lerne noch schnell den einen oder anderen Hefteintrag für die bevorstehenden Unterrichtsstunden. Dadurch habe ich etwas mehr Freizeit. Manchmal nutze ich aber auch noch die Zeit nach dem Schwimmtraining zum Lernen, da fühlt sich mein Kopf oft wieder frei an und ich kann mir Sachen wieder besser merken. 

Du hast es gerade schon angesprochen, viel Freizeit bleibt bei dem ganzen Training und den schulischen Verpflichtungen nicht. Was machst du in deiner übrigen freien Zeit? 

Meine Kohlenhydratspeicher auffüllen, abschalten, schlafen und erholen. Dazwischen unternehme ich natürlich auch noch was mit meinen Freunden und spiele das ein oder andere Spiel am Handy. Außerdem spiele ich auch Klavier und versuche das auch nicht zu vernachlässigen. Wenn das Wetter schön ist, gehe ich am Wochenende auch gerne mal mit meinen Eltern und Freunden zum Wandern in die Berge oder unternehme eine Mountainbike-Tour im herrlichen Ebersberger-/Münchner Umland. Und im Winter fahre ich gerne Ski.  

Und noch eine letzte Frage, wer ist dein sportliches Vorbild? 

Michael Phelps 

Das ganze Team der Riemerlinger Haie wünscht Bechi – so wird er im Verein genannt - weiterhin viel Erfolg und wir sind schon auf die nächsten sportlichen Erfolge gespannt!

Fünf Riemerlinger Haie im BSV-Kader 

Mathilda Wery (2009), Charlotte Nilsson (2008), Jette Lenz (2006), Mara Sokac (2004) und Gregor Bechold (2006) sind aufgrund ihrer sportlichen Leistungen in den Kader des Bayerischen Schwimmverbands berufen worden. 

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