Die Schwimmer sind stolz auf ihre Abzeichen

Rund 30 stolze Kinder stehen strahlend am Beckenrand im Riemerlinger Hallenbad und bekommen eine Medaille umgehängt sowie ein Abzeichen oder eine Teilnehmerurkunde überreicht. Für die jungen Schwimmer ein besonderer Moment und auch für die Riemerlinger Haie ist es ein erfolgreicher Tag: Denn viele weitere Flüchtlingskinder haben beim TSV Hohenbrunn-Riemerling schwimmen gelernt. 

Seit 2015 werden Flüchtlingsschwimmkurse bei den Riemerlinger Haien angeboten. Maria Lostetter organisiert die Kurse gemeinsam mit dem Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn. Sie ist auch die Haupttrainerin der rund 30 Kinder und leitet das Training jeden Samstag zusammen mit dem 16-jährigen Joan Morales Möller. Die Kinder sind je nach Können in drei unterschiedliche Gruppen mit rund zehn Schwimmern eingeteilt.

Die Trainerin erzählt: „Am meisten freuen sich die Kinder auf das Spielen am Ende der Stunde. Die letzten fünf Minuten dürfen sie Tauchringe vom Boden hochholen oder mit Schwimmnudeln und Spritztieren spielen.“ Sie fügt lachend hinzu: „Das allerbeste ist, wenn Joan die Kinder in die Luft wirft - das lieben die Kinder.“ Die jüngeren Schwimmer würden auch gerne einfach nur ins Wasser springen.

Stolze Kinder und stolze Trainer 

Vergangenen Samstag (25.01.2020) haben die Kinder ihre Abzeichen abgelegt. Nun dürfen die Schwimmer in die nächsthöhere Gruppe gehen. Maria Lostetter erzählt: „Die Kinder haben sich riesig gefreut.“ Aber auch die Schwimmlehrer sind stolz auf ihre Schützlinge. Die Beiden haben die Kinder beim Schwimmen lernen begleitet: „Es beginnt damit, dass die Kinder mit einer Schwimmnudel alleine ins Wasser gehen müssen. Nach ein paar Wochen können sie sich über Wasser halten und mittlerweile beherrschen einige sogar schon das Kraulschwimmen. Das ist toll mitzuerleben.“ 

Doch es ist nicht immer alles einfach und schön. Ein Problem sei, dass die Kinder nicht mit ihren Eltern zum Schwimmen gehen, so sind sie den Kontakt mit dem Wasser nicht gewohnt und haben oft Angst davor. Maria Lostetter erzählt: „Manche Kinder hingegen freuen sich so sehr auf das Schwimmen, dass es schwer ist, sie dazu zu bringen, die Übungen konzentriert auszuführen und uns genau zuzuhören.“ 

Sprachliche Schwierigkeiten gibt es in dem Flüchtlingsschwimmkurs keine: „Die Kinder sprechen alle super gut deutsch. Manchmal spielen wir mit ihnen Spiele, die auch für die Sprachförderung gedacht sind. Dann müssen sie beispielsweise Tiere aufzählen, die im Wasser leben. Das war vor allem am Anfang für die Kinder noch schwer.“

Dreistufiges Kurssystem der Riemerlinger Haie 

Die Flüchtlingskurse am Samstag haben die gleiche Struktur, wie das Kurssystem der Riemerlinger Haie unter der Woche. Zuerst beginnen die Kinder im Pinguinkurs, wo der Fokus auf der Wassergewöhnung und den ersten Schwimmbewegungen liegt. Darauf folgt der Seepferdchenkurs, nach diesem sollten die Kinder mindestens 25 Meter am Stück schwimmen können. Anschließend gehen die Kinder in den Haikurs, wo sie das Kraul- sowie das Rückenschwimmen lernen. Außerdem wird dort auch das Gleiten und das Tauchen geübt. 

Wenn die Flüchtlingskinder den Haikurs erfolgreich absolviert haben, können sie unter der Woche in den Breitensportgruppen der Riemerlinger Haie weitermachen. Einige Kinder sind beim Schwimmern lernen, schon etwas älter, da sie zuvor unter anderem nicht die Möglichkeit gehabt haben. Für sie wurde eine extra Gruppe gegründet, damit auch sie nach dem Haiabzeichen das Schwimmen weiter üben können. Maria Lostetter nennt den Grund für die neue Gruppe: „Eine Zehnjährige, die gerade das Kraulen gelernt hat, möchte danach ungern in einer Breitensportgruppe mit Kindern zwischen fünf und sieben Jahren schwimmen.“ 

Egal, ob die Kinder ihr Abzeichen geschafft haben oder nicht, jeder Schwimmer hat eine Medaille überreicht bekommen, denn sie sind alle Gewinner.  

Flüchtlingsschwimmer zeigen ihre Medaillen

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