v.l. hinten: Teresa Baerens, Ann-Katrin Gerullis, Carolin Seeger, Antonia Baerens, Mara Sokac, Pierre Martin, v.l. vorne: Sarah Hermeking, Sina Wappenschmidt, Daniela Ernst, Jette Lenz

Einmal im Jahr ist Schwimmen kein Einzelsport, sondern ein Teamsport. Man kämpft für die Mannschaft, schwimmt um jeden einzelnen Punkt und feuert kräftig an. Und so war es auch dieses Jahr wieder bei DMS. Das Trainergespann Jens Lunemann und Pierre Martin tüftelten an der Aufstellung und mussten immer wieder kurzfristige Änderungen vornehmen. 

Der Wettkampf endete dieses Jahr für die Riemerlinger Haie mit gemischten Gefühlen. Denn die Mädelsmannschaft schafft den Aufstieg in die 2. Bundesliga und die Männermannschaft steigt um 37 Punkte in die Bayernliga ab. Für Pierre Martin war es ein anstrengendes Wochenende, welches organisatorisch auch nicht ganz einfach war, da die Jungs am Samstag, 1. Februar 2020, in Freiburg an den Start gegangen sind und die Mädels einen Tag später in Bamberg geschwommen sind.

Die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften Schwimmen (DMS) sind die Ligenwettkämpfe im Schwimmsport. Wie in anderen Sportarten gibt es auch eine 1. und 2. Bundesliga und absteigende weitere Ligen. Der Wettkampf findet allerdings nur einmal im Jahr statt. Seit diesem Jahr werden bei DMS nicht nur alle olympischen Strecken zwei Mal geschwommen, sondern auch alle 50er-Strecken sowie die 100 Meter Lagen. Dafür gibt es zwei Abschnitte. In beiden Abschnitten tritt von jedem Verein jeweils ein Schwimmer über jede Strecke an. Insgesamt darf ein Athlet maximal fünfmal schwimmen. Für jede erreichte Zeit gibt es eine Punktzahl, die anhand der DSV-Punktetabelle berechnet wird. 

Baerens-Schwestern überzeugen in der Bayernliga

Die Frauenmannschaft gewann die Bayernliga souverän mit einer Gesamtpunktzahl von 20.085 Punkte mit über 1000 Punkten Vorsprung vor dem SC Delphin Ingolstadt und dem SC Regensburg. Die Riemerlinger Haie profitierten davon, dass die beiden Schwestern Teresa und Antonia Baerens aus Amerika zurück sind, wieder in Riemerling trainieren und für den TSV Hohenbrunn-Riemerling starten. Beide sind vor ihrem Studium in den USA seit klein auf bei den Haien geschwommen. Trainer Pierre Martin erzählte: „Ich erinnere mich dran, als ich noch gemeinsam mit der Tesi trainiert habe und die Toni habe ich dann selber trainiert, als sie erst 8 Jahre alt war.“ 

Er fügte an: „Die Baerens-Geschwister waren eine große Unterstützung für uns. Beide haben bei Deutschen Meisterschaften schon mehrere Medaillen geholt.“ Die Lagenspezialistin Teresa Baerens (1994) erschwamm 3.410 Punkte, ihre drei Jahre jüngere Schwester schwamm zu 3.113 Punkten. 

Martin zeigte sich stolz: „Nachdem die Mädchen letztes Jahr den Aufstieg in die 2. Bundesliga knapp verpasst haben, hat es dieses Jahr locker gereicht.“

Mickrige 37 Punkte fehlen für den Klassenerhalt 

v.l.: Tobias Hollaus, Tim Büttner, Steffen Büttner, Jonas Lunemann, Tobias Hollaus, Benedikt Bartenschlager, Gregor Bechold, Adrien Cara, Pierre Martin, Elias Pic

Die Männermannschaft der Riemerlinger Haie schaffte vergangenes Jahr den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga Süd. Doch die Liga konnten sie dieses Jahr nicht halten, am Ende schwammen sie zu 20.111 Punkten, es fehlten gerade Mal 37 Punkte für den Klassenerhalt. 

Adrien Cara (2000) war, wie im vergangenen Jahr, mit 3.399 Punkten der fleißigste Punktesammler der Haie. Über 400 Meter Kraul stellte er zudem mit einer Zeit von 3:58,53 einen neuen Vereinsrekord auf. Nachwuchstalent Gregor Bechold (2006) steuerte überraschenderweise mit 2.724 Punkten die zweitmeisten Punkte bei.                                                    

Pierre Martin erzählte: „Leider ist einiges schiefgelaufen. Bis 30 Minuten vor Ende sah alles danach aus, dass wir die Liga halten können, aber eine unglückliche Disqualifikation hat uns letztendlich den Ligaverbleib gekostet. Da halfen dann auch verschiedene Aufstellungen nicht weiter. Es ist für uns alle leider echt bitter.“ Hinzu kam, dass zwei Schwimmer krankheitsbedingt ausgefallen sind. 

Die Hoffnung, dass der Klassenerhalt doch noch klappen könnte, ist noch nicht ganz aufgegeben. Denn ein Schwimmer, der für die SG EWR Rheinhessen-Mainz gestartet ist, sei immer noch nicht für den DSV registriert und habe noch ein Startrecht für einen anderen Verein. Dies ist nicht erlaubt. „Es kann aber auch nicht sein, dass die Geschäftsstelle vom DSV so langsam ist, da ich letzte Woche zwei Anträge geschickt habe und diese schon bearbeitet wurden“, so der Trainer. 

Martin übt Kritik am DMS-Ligensystem 

Der Trainer kritisierte aber auch das DMS-Ligensystem. Denn die 2. Bundesliga ist in Nord, Süd und West geteilt. Von den 36 Mannschaften, die in der 2. Liga schwimmen, waren die Riemerlinger Haie die 17. beste Mannschaft. In der Liga Süd reicht das allerdings nur für den 11. Platz, weshalb die Haie trotzdem absteigen (Platz 11 und 12 steigen ab). „Meiner Meinung nach, sollte der deutsche Schwimmverband (DSV) versuchen etwas an dem System zu ändern“, sagte Pierre Martin.  

Er zeigt sich schon wieder kämpferisch und kündigte den Wiederaufstieg bereits an: „Die Jungs haben alle wacker gekämpft, es waren viele gute Zeiten dabei und nächstes Jahr steigen wir einfach wieder auf – dann mit einem noch stärkeren Nachwuchs.“

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